Feld

Das Feld ist weit und weiß. Wie ein Feld auf einem Schachbrett. Das Feld, über das wir streifen, blutet. Schwer verletzt stöhnt es unter unserer Füsse Tritt. Wir raffen zusammen, was wir schleppen können, und mehr. Davon muss es sich leben lassen, wenigstens einige Tage. Dann sind wir längst fort.

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Jahreszeit

„Nie wieder“, sagte sie, „werde ich eine traurige Geschichte über den Frühling erzählen. Legt sich auch der Fliederduft auf meine Seele wie der Schnee auf einen abgeernteten Acker. Ins Gras stürzt Geäst, eine Weide wühlt mit Zweigen im Sand. So wird der Frühling mir zum Herbst. Der Herbst zum Winter.“

verlassen

Flog davon, was machte es schon, dass ich zurückblieb. Kannte nichts als die kälteren Tage, wenn nicht nur der Regen, sondern die Spinne im Fensterrahmen. Lag auf dem Teppich, beerntet und abgemäht. Versickerte. Sprach stumme Verse, strich Watte. Schwebend zwischen Wänden. Wiederkehren wird, herzfrei in Traubenschimmer, der Flügel vager Schlag.

Traurigkeit

Eine Traurigkeit, leicht wie ein Gedanke, schwebt über dem Tag. Nicht der Regen lässt sie entstehen, noch das einsame Gurren der Taube. Allein deine geschlossenen Augen sind es, Augen, aus denen keine Träne mehr rinnt, Augen, die nicht mehr lachen, sprechen, singen. Augen, die verstummt sind. So schweigen wir denn.