bunt

Ich bin ein bunter Text. Herbstleuchten färbt mir Wörter. Eisblau spiegle ich Himmel und See. Atme Wiesenblühen. Bin wie ein gesticktes Tuch, gewebt und gewirkt aus luftigen Fäden, die farbiger sind als die kühnste Farbenlehre. Gestreift bin ich, in Gold und Scharlach, kartiert, getupft, gepünktelt in Schattierungen zartesten Grüns und Gelbs. Orangen, Zitronen, Grapefruit, Ananas, Kiwi und Granatäpfel schenken mir ihren Glanz. Von Zimt bin ich und von Curcuma, Chili, Paprika. Ein Aquarell so schimmernd klar, so voll und satt und saftig, dass selbst der Anblick von gemalten Tropfen kühlt. Ein Regenbogen neben mir wär nichts als eine trübe Parodie. Schwer wie Schnee liegt Violett, liegt Zinnober, Türkis, liegen Smaragd und Jade, Bernstein und Zinn auf meinen Buchstaben. Kein Gemälde war je so bunt wie ich. Siehst du mein Herz ockerfarben schlagen?

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